Archiv der Kategorie: Spiegel-​Online

In Freiheit fühlt sie sich unsi­cher

Transsexuelle wer­den in den USA oft Diskriminiert und bedroht, so auch Linda Thompson. Die 59-​Jährige woll­te daher unbe­dingt in ein Frauengefängnis. Nun hat sie ihr Ziel erreicht – mit eini­gem Aufwand.

Bankräuberin Linda Thompson
Bankräuberin Linda Thompson

Die Geschichte von Linda Thompson ist die eines Bankraubs – und einer offen­bar aus­ge­grenz­ten, ver­ängs­tig­ten Frau: Ein Gericht in Cheyenne im US-​Bundesstaat Wyoming hat die 59 Jahre alte Transsexuelle nun zu sechs Jahren Gefängnis ver­ur­teilt – für eine Tat, die sie nur mit einem Ziel begon­nen hat­te: Thompson woll­te wie­der in Sicherheit sein, und die erhofft sie sich in Haft.

Um die­ses Ziel zu errei­chen, hat­te Thompson eine Bank in Cheyenne über­fal­len. Gegenüber einer Angestellten der Filiale behaup­te­te sie, bewaff­net zu sein und ließ sich Tausende Dollar aus­hän­di­gen. Dann warf sie das Geld in die Luft, setz­te sich auf den Boden und war­te­te auf die Polizei. Im August bekann­te sie sich vor Gericht schul­dig.

Quelle des Artikel: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-transgender-bankraeuberin-schafft-es-zurueck-ins-gefaengnis-a-1116378.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=https://www.google.com/

In ihrem Prozess ent­schul­dig­te sich die mehr­fach vor­be­straf­te Thompson bei der Kassenbeamtin, die sie bedroht hat­te. “Es war nicht mei­ne Absicht, Sie zu ver­let­zen”, sag­te sie. “Mein Ziel war es, zurück ins Gefängnis zu kom­men. Es tut mir Leid, dass Sie dar­in ver­wi­ckelt waren.”


Die Begründung der Angeklagten für ihr unge­wöhn­li­ches Verhalten: Seit sie sich ent­schie­den habe, nicht mehr Brian Thompson zu sein, son­dern eine Frau, kön­ne sie nicht mehr sicher leben. Erst im Juni war sie aus der Haft ent­las­sen wor­den für einen ande­ren Banküberfall, mit dem sie eben­falls eine Gefängnisstrafe erwir­ken woll­te. Nachdem sie in einem Park erneut atta­ckiert wor­den sei, habe sie sich für einen wei­te­ren Überfall ent­schie­den.

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WikiLeaks”-Informantin

US-​Militär erlaubt Manning Geschlechtsangleichungs-​OP

Fünf Tage lang hat die inhaf­tier­te Whistleblowerin Chelsea Manning Nahrung ver­wei­gert. Nun ist ihr das US-​Militär bei ihren Forderungen ent­ge­gen­ge­kom­men.

Chelsea Manning
Chelsea Manning

Die inhaf­tier­te “WikiLeaks”-Informantin Chelsea Manning hat ihren mehr­tä­gi­gen Hungerstreik been­det, nach­dem ihr das US-​Militär bei einer wich­ti­gen Forderung ent­ge­gen­ge­kom­men ist. Die Armeeführung habe zuge­sagt, Manning als Transgender einen ope­ra­ti­ven Eingriff zur Geschlechtsangleichung zu ermög­li­chen, sag­te ihr Anwalt Chase Strangio meh­re­ren US-​Medien. Ein kon­kre­ter Zeitrahmen sei nicht fest­ge­legt wor­den.

Strangio sprach laut CNN von einem “monu­men­ta­len Tag für Chelsea”. Sie bekom­me nun end­lich die Hilfe, die Transgender-​Häftlingen sonst sys­te­ma­tisch ver­wehrt wer­de. Manning selbst zeig­te sich in einer schrift­li­chen Erklärung “unend­lich erleich­tert, dass die Armee end­lich das Richtige tut”. Sie kön­ne nun die Person sein, die sie sein wol­le.

Quelle des Beitrags:

Chelsea Manning hat­te als Soldat Bradley Manning im Irak gedient und der Enthüllungsplattform “WikiLeaks” Hunderttausende gehei­me Militärdokumente zuge­spielt. Die dar­auf­hin ver­häng­te 35-​jährige Haftstrafe wegen Spionage und Verrats sitzt Manning im US-​Militärgefängnis in Fort Leavenworth ab, in dem aus­schließ­lich Männer inhaf­tiert sind. Gegen das Urteil leg­te sie Berufung ein.

Nach ihrer Verurteilung woll­te Manning unter dem Namen Chelsea als Frau leben. Im April 2014 geneh­mig­te ein US-​Gericht die Namensänderung. Im Februar ver­gan­ge­nen Jahres erlaub­te die US-​Armee ihr dann auch eine Hormonbehandlung für eine Geschlechtsangleichung.

Vergangene Woche trat Manning aus Protest gegen die Haftumstände und die Verweigerung von Medikamenten, die sie als Transgender benö­ti­ge, in den Hungerstreik. Sie wer­de so lan­ge strei­ken, bis sie “ein Minimum an Würde, Respekt und Menschlichkeit” erfah­re und die “kon­stan­te, bewuss­te und über­eif­ri­ge Überprüfung durch das Gefängnis- und Militärpersonal” ende, hieß es in einer Stellungnahme vom Freitag.

Anfang Juli die­ses Jahres hat­te Manning einen Suizidversuch unter­nom­men. Ihr dro­hen des­halb ver­schärf­te Haftbedingungen, die Anhörung in die­sem Fall soll US-​Medien zufol­ge am 20. September statt­fin­den.

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Klage in Texas:

Ärzte sol­len Geschlechtsumwandlungen ableh­nen dür­fen

Toilette für alle Geschlechter
Toilette für alle Geschlechter

Der US-​Bundesstaat Texas geht wei­ter gegen die Antidiskriminierungspolitik von Präsident Obama vor: Laut einer Klage sol­len Ärzte Geschlechtsumwandlungen bei Transsexuellen aus reli­giö­sen Gründen ableh­nen dür­fen.

Der US-​Bundesstaat Texas will trans­se­xu­el­len Menschen die Geschlechtsumwandlung durch eine Operation erschwe­ren. Laut einer Klage, die Generalstaatsanwalt Ken Paxton die­se Woche ein­ge­reicht hat, sol­len Ärzte die Durchführung eines sol­chen Eingriffs ableh­nen dür­fen – aus reli­giö­sen Gründen, wie der bri­ti­sche Independent berich­tet.

Kläger ist die katho­li­sche Krankenhausgruppe “Franciscan Alliance”. Die neu­en Antidiskriminierungsgesetze könn­ten Mediziner gegen ihre eige­nen Glaubensgrundsätze dazu zwin­gen, Geschlechtsumwandlungen an Kindern vor­zu­neh­men, heißt es in der Klageschrift.

Zum Artikel Spiegel-​Oneline:

Mit dem Vorstoß will der Bundesstaat sich gegen die Vorgaben des US-​Gesundheitsministeriums weh­ren, nach denen Patienten nicht wegen ihrer sexu­el­len Identität benach­tei­ligt wer­den dür­fen. Es ist nicht das ers­te Mal, dass Texas sich gegen die Umsetzung der Antidiskriminierungspolitik der Obama-​Administration sträubt. Zuletzt hat­te ein texa­ni­scher Richter ver­hin­dert, dass trans­se­xu­el­le Kinder die Schultoilette nut­zen dür­fen, die ihrer sexu­el­len Identität ent­spricht.

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Transsexualität in Südamerika

Das Recht auf Rock

In Kolumbien beharrt die katholische Kirche auf traditionellen Geschlechterrollen - jetzt avanciert eine 17-jährige Schülerin, die als Junge geboren wurde, zur Berühmtheit.
In Kolumbien beharrt die katho­li­sche Kirche auf tra­di­tio­nel­len Geschlechterrollen – jetzt avan­ciert eine 17-​jährige Schülerin, die als Junge gebo­ren wur­de, zur Berühmtheit.

Sie habe sich immer als Frau gefühlt – über eine 17-​jährige Schülerin, die phy­sio­lo­gisch als Junge gebo­ren wur­de, dis­ku­tiert der­zeit Kolumbien. Denn Gabriela Espinosa ist in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Land die ers­te Transfrau, der es erlaubt ist, in Mädchen-​Schuluniform den Unterricht zu besu­chen.

Seit ich klein war, habe ich mich in einem Körper gefühlt, der nicht mei­ner war”, sagt Espinosa, die in der nord­ko­lum­bia­ni­schen Region Bolívar eine öffent­li­che Schule besucht.

Zum Artikel Spiegel-​Oneline:

Espinosa mit einem Kinderfoto - damals hieß sie noch Jhon Janer Quintero
Espinosa mit einem Kinderfoto – damals hieß sie noch Jhon Janer Quintero

Die Akzeptanz sei sehr groß gewe­sen, so der Direktor der Schule. “Die Jugendlichen haben sie mit einer gro­ßen Selbstverständlichkeit akzep­tiert.” Selbst die Eltern und Lehrer, die mit der Entscheidung nicht ein­ver­stan­den sei­en, wür­den sie respek­tie­ren.
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Kompliziertes Verfahren

Grüne wol­len Transsexuellen Namensänderung erleich­tern

Geschlechtliche Identität kann man nicht dia­gnos­ti­zie­ren”: Die Grünen for­dern, dass Transsexuelle es künf­tig leich­ter haben sol­len, Vornamen und Geschlechtsangabe zu ändern.

Grünen-Abgeordneter Volker Beck
Grünen-​Abgeordneter Volker Beck

Die Grünen wol­len es Transsexuellen ein­fa­cher machen, den Namen und die Geschlechtsangabe in offi­zi­el­len Dokumenten zu ändern. Die Bundestagsfraktion wer­de noch in die­ser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf dazu vor­le­gen, sag­te der Grünen-​Abgeordnete Volker Beck. Dabei geht es vor allem um die Gutachten vor einer Personenstandsänderung, die bis­her zwei unab­hän­gi­ge Gutachter erstel­len müs­sen.

Zum Artikel:

Transsexuelle füh­len sich nicht dem Geschlecht zuge­hö­rig, dem sie bei ihrer Geburt zuge­ord­net wur­den. Über den Anteil trans­se­xu­el­ler Menschen in Deutschland gibt es kei­ne gesi­cher­ten Erkenntnisse, Schätzungen gehen weit aus­ein­an­der.

Geschlechtliche Identität kann man nicht dia­gnos­ti­zie­ren”, sag­te Beck. “Wir wol­len die Verfahren zur Änderung der Vornamen und zur Anpassung der Geschlechtszugehörigkeit deut­lich ver­ein­fa­chen und nur vom Geschlechtsempfinden des Antragstellers abhän­gig machen.” Andere Länder hät­ten die “ent­wür­di­gen Diagnoseverfahren” schon abge­schafft.

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Verbot auf­ge­ho­ben

US-​Militär will sich für Transgender öff­nen

US-Soldaten bei einer Übung (Archivbild)
US-​Soldaten bei einer Übung (Archivbild)

Die USA set­zen Zeichen für mehr Toleranz: Nach Homosexuellen dür­fen bald auch Transgender Soldaten der US-​Armee wer­den. Außerdem erklär­te Obama eine Schwulenbar zum Nationaldenkmal.

Das US-​Militär will Medienberichten zufol­ge Anfang kom­men­den Monats das Transgender-​Verbot in der Armee auf­he­ben. Wie unter ande­rem die “USA Today” und die “New York Times” schrei­ben, soll das Ende des Verbots am 1. Juli bekannt gege­ben wer­den. Demnach will Pentagon Chef Ashton Carter den Streitkräften ein Jahr Zeit geben, um die neu­en Vorgaben umzu­set­zen.

Zum Artikel:

Pentagon Sprecher Peter Cook woll­te die Berichte im Detail noch nicht bestä­ti­gen, sag­te aber, eine Entscheidung dazu wer­de bald getrof­fen. Unter den aktu­el­len Vorgaben kön­nen Transgender-​Streitkräfte vom Militär aus­ge­schlos­sen wer­den, wenn ihre Identität öffent­lich wird.

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Gerechtigkeit

Die isla­mi­sche Welt ist schwu­ler als du denkst


In vie­len isla­mi­schen Ländern wer­den Homosexuelle ver­folgt, doch im Verborgenen gibt es eine akti­ve Szene.

Es begann mal als schüch­ter­nes Angebot in einem Wasserpfeifen-​Café, mal als offen­si­ve Anmache am Taxi-​Stand. Der eine sag­te klar, was er woll­te. Der ande­re flüs­ter­te: “Lass uns ein­fach schau­en, was pas­siert.” Die Rede ist von Begegnungen mit Männern, die sich mit mir zum Sex ver­ab­re­den woll­ten. Aber nicht in Berlin oder New York, son­dern in Aleppo, Kairo und Amman. Nie habe ich so vie­le Angebote zum gleich­ge­schlecht­li­chen Sex bekom­men wie in isla­mi­schen Ländern. Nie habe ich Männerfreundschaften erlebt, die auch kör­per­lich innig sind, wie unter Muslimen.

Zum Artikel:

Das ist die eine Seite.

Die ande­re Seite mar­schier­te am Sonntag mit einem Sturmgewehr bewaff­net in einen Queeren Club im ame­ri­ka­ni­schen Orlando und erschoss 49 Menschen (ben­to). Im Iran hän­gen die Körper von Homosexuellen an Baukränen, in Saudi-​Arabien schla­gen Religionswächter Schwulen die Köpfe ab und in Syrien stürzt der selbst­er­nann­te “Islamische Staat” Homosexuelle von Hochhäusern.

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