Archiv der Kategorie: ZDF 37 Grad

Viel mehr als Traurigkeit

Die Vorurteile sit­zen tief: Wer see­lisch erkrankt, gilt oft als labil oder faul. Doch vier Millionen Deutsche lei­den an einer Depression. Immer mehr beken­nen sich offen zu ihrer Krankheit.

Die Berliner Bloggerin Jana Seelig wird durch einen spon­ta­nen Tweet über Nacht zur Vorzeige-​Depressiven. Und Familienvater Uwe Hauck ver­sucht müh­sam, wie­der Fuß im Job zu fas­sen. Zwei beken­nen­de Depressive – wie leben sie mit der Diagnose?

Jana Seelig (28) geht offen­siv mit ihrer Krankheit um. Die Diagnose Depression mit Anfang 20 hat sie als Befreiung emp­fun­den. Sie sieht sich als Aufklärerin in Sachen Depression und schreibt dar­über Kolumnen und ein Buch. Auf YouTube beant­wor­tet Jana Fragen zur Krankheit, von der sie sagt: “Ich bin nicht die Depression, ich bin viel mehr.” Die hel­len Monate lebt sie inten­siv mit ihren Freunden in Berlin, bis es wie­der für vie­le Wochen dun­kel in ihrem Leben wird. Dann fehlt ihr sogar die Kraft, ihre Wohnung zu ver­las­sen.

Wenn sie eine depres­si­ve Episode hat, wird Jana immer wie­der unter­stellt, sie wür­de sich nicht genü­gend Mühe geben, sol­le doch Sport trei­ben oder ein­fach mal ein hei­ßes Bad neh­men. Jana ringt dar­um, einen selbst­be­stimm­ten Umgang mit der Krankheit zu fin­den. Wie vie­le Menschen, die unter einer dau­er­haf­ten Depression lei­den, nimmt Jana Medikamente. Doch die ver­än­dern ihre Wahrnehmung. Als sie ihre Medikamente absetzt, stürzt sie in eine Krise. Schließlich sucht sie Hilfe bei Professor Tom Bschor, einem Berliner Psychiater. Wird Jana es schaf­fen, ihr Leben in den Griff zu bekom­men? Und kann sie akzep­tie­ren, dass die Depression immer ein Teil von ihr sein wird?

Quelle des Artikel: https://​you​tu​.be/​P​H​P​l​R​g​0​Y​bmQ

Informatiker und Familienvater Uwe Hauck

Für Uwe Hauck (49) ist es die zwei­te und auch letz­te Chance. Nach einem Suizidversuch hat der Informatiker fast ein Jahr in der Psychiatrie ver­bracht und wagt jetzt ein zwei­tes Mal die Wiedereingliederung in sei­nen Job bei einem gro­ßen Versicherungsunternehmen. Der ers­te Versuch schei­ter­te bereits nach zwei Wochen: Uwe hat­te einen schwe­ren Rückfall.

Uwes Frau Sibylle und sei­ne drei Kinder stär­ken ihm immer den Rücken – und lei­den schwer unter sei­ner Krankheit. Auf den ers­ten Blick lebt die Familie in einer schwä­bi­schen Bilderbuchidylle. Wäre da nicht die all­ge­gen­wär­ti­ge Angst um Uwe. Die Familie muss ihren gesam­ten Alltag um Uwe her­um bau­en, immer auf der Hut vor sei­nen Wutausbrüchen. Sibylle unter­stützt Uwe selbst­los im Kampf gegen die Depression. Und sie wünscht sich ihren “alten”, nicht von der Krankheit gezeich­ne­ten Mann zurück.

Wird Uwe es schaf­fen, den Weg zurück in sein frü­he­res Leben zu fin­den? Denn “so vie­les macht kei­nen Spaß mehr, wenn man depres­siv ist. Und das mer­ken die Kinder natür­lich auch”, weiß Uwe aus Erfahrung. Kann er wie­der wer­den wie damals, als die Kinder noch kei­ne Angst vor sei­nen Stimmungsschwankungen hat­ten? Als er für sie der lie­be­vol­le Vater war, der er ger­ne auch heu­te sein möch­te?

Besucherzaehler