Diese Frau könn­te Deutschlands ers­te trans­se­xu­el­le Bürgermeisterin wer­den

Die 50-​jährige Gloria Gray ist nach einer schil­lern­den Bühnenkarriere in ihre nie­der­baye­ri­sche Heimat zurück­ge­kehrt.
Am Sonntag will sie Bürgermeisterin in Zwiesel wer­den
Viele Einheimische geben ihr gute Chancen, die Wahl zu gewin­nen.

Sie will keine sein, die Wahlkampf von oben herab macht. Auch wenn sie viele in Zwiesel körperlich überragt. Gloria Gray, die auf den großen Varieté-Bühnen der Welt aufgetreten ist, wirbt nun in den Zwieseler Wirtsstuben um Wählerstimmen. (Foto: Tobias Köhler)
Sie will kei­ne sein, die Wahlkampf von oben her­ab macht. Auch wenn sie vie­le in Zwiesel kör­per­lich über­ragt. Gloria Gray, die auf den gro­ßen Varieté-​Bühnen der Welt auf­ge­tre­ten ist, wirbt nun in den Zwieseler Wirtsstuben um Wählerstimmen. (Foto: Tobias Köhler)

Wenn Franz Xaver Steininger aus dem Fenster schaut, dann hat er einen guten Blick auf das Problem sei­ner Stadt. Dort unten, auf dem Stadtplatz, reiht sich Laden an Laden, aber etli­che Schaufenster sind zuge­klebt mit Zeitungspapier, das noch dazu ver­gilbt ist, weil die Zeitung nicht von ges­tern ist, son­dern vom ver­gan­ge­nen Jahr. Bürgermeister Steininger hat den Ruf eines Arbeitstiers, in des­sen Büro spät­abends noch Licht brennt, wäh­rend es drau­ßen düs­ter ist, weil die Stadt jede zwei­te Straßenlaterne abge­schal­tet hat, um Geld zu spa­ren und Schulden zu drü­cken. Im klam­men Zwiesel gehen die Lichter aus, tref­fen­de Symbolik, oder, Herr Bürgermeister? Nein, sagt Steininger, “das Gesamtprojekt Zwiesel ist in der Projektfertigstellung. Man sieht es nur noch nicht.”

Franz Xaver Steininger ist gelern­ter Bauingenieur, die Ingenieursprache hat er nie ganz abge­legt, auch nicht nach­dem ihn die Zwieseler vor fünf­ein­halb Jahren zum Bürgermeister gewählt haben. Steininger, 50, par­tei­los, rand­lo­se Brille, sil­ber­grau­er Stoppelbart, legt ein Prospekt auf den Besprechungstisch. Der Titel: “City-​Outlet”. Normalerweise ent­ste­hen sol­che künst­li­chen Einkaufsdörfer am Stadtrand, wie in Ingolstadt oder in Wertheim bei Würzburg. Steininger dage­gen will mit­ten in Zwiesel ein Fabrikverkaufszentrum auf­bau­en, mit Shops links und recht des Stadtplatzes. Das Projekt ist sein Baby, im neu­en Jahr sol­len die ers­ten Läden ein­zie­hen. Der Leerstand hat bald ein Ende, da ist sich Steininger sicher. Nicht mehr lan­ge, sagt er, “dann wird es in Zwiesel einen Big Bang geben”, einen Urknall.

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Der Bürgermeister hat einen Plan. Nur kann es halt sein, dass ihm ein ande­rer Big Bang einen Strich durch den Plan macht. Ein Knall, der in der gan­zen Republik zu hören wäre. Dann näm­lich, wenn Gloria Gray am Sonntag zur neu­en Zwieseler Bürgermeisterin gewählt wer­den soll­te – und damit zur ers­ten trans­se­xu­el­len Bürgermeisterin Deutschlands. Ein paar Kamerateams waren schon da, sie rücken aus allen Ecken des Landes an, um über die schil­lern­de Kandidatin zu berich­ten. “Diese PR-​Aufmerksamkeit kann man nicht mit Geld bezah­len”, sagt Steininger, der sein Amt gegen Gloria Gray ver­tei­di­gen möch­te. Aber ist das wirk­lich mög­lich? Eine trans­se­xu­el­le Bürgermeisterin im Bayerwald, wo der poli­ti­sche Boden tra­di­tio­nell tief­schwarz geteert ist? “Ich glau­be, dass sie wesent­lich mehr Zuspruch hat, als man anfangs dach­te. Weil sie ein gutes Auftreten hat”, sagt selbst ihr Konkurrent Steininger.

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