Es geht nicht um High Heels und Make-​up

In Hollywood werden Transsexuelle ausnahmslos von weißen, heterosexuellen Männern gespielt. Die Filme mögen gut gemeint sein. Aber sie verstärken gängige Klischees.

Jared Leto in "Dallas Buyers Club
Jared Leto in "Dallas Buyers Club

Nachdem Jared Leto 2014 für seine Rolle der TransFrau Rayon in Dallas Buyers Club einen Oscar als "Bester Nebendarsteller" erhalten hatte, veröffentlichte In die Wire eine Liste mit zehn TransSchauspielerinnen, die Letos Rolle hätten übernehmen können. Als Anfang des Jahres The Danish Girl in die Kinos kam, wurde eine ähnliche Kritik in der TransCommunity laut: Warum wird hier schon wieder ein TransCharakter von einem Cis-Schauspieler verkörpert? Das Argument, es gäbe einfach keine professionell arbeitenden Trans*Schauspielerinnen, zählt spätestens seit der IndieWire-Liste nicht mehr.

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Das Wesen des Schauspiels bestehe nun einmal darin, etwas darzustellen, was mensch nicht ist, könnte man jetzt dagegenhalten. Jared Leto hat im echten Leben kein HIV und Jennifer Garner arbeitet nicht als Ärztin, sondern als Schauspielerin. Keine/r der Darsteller/innen der Twilight-Reihe ist ein Vampir, und niemand aus Blade Runner ein Roboter. Außerdem: Impliziert die Forderung, TransCharaktere von TransDarstelle/_innen verkörpern zu lassen, nicht eine Festlegung auf genau diese Rollen? Eigentlich sollte doch die Geschlechtsidentität eines/einer Darsteller/in nicht ausschlaggebend dafür sein, welche Rolle er oder sie spielen darf!
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