Transgender-​Rechte

Diese Schönheitsköniginnen kämp­fen für Transgender-​Rechte auf den Philippinen

Geena Rocero ist Transgender-Model und Aktivistin
Geena Rocero ist Transgender-​Model und Aktivistin

Refinery29 hat sich mit Allison Rapson und Kassidy Brown, Gründerinnen des Medienunternehmens We are the XX, für die Produktion einer Dokuserie über das Leben von Frauen welt­weit zusam­men­ge­schlos­sen. “A Woman’s Place” zeigt die ermu­ti­gen­den Geschichten von Aktivistinnen, die für ech­te gesell­schaft­li­che Veränderungen ein­tre­ten. Dieser Artikel basiert auf Interviews, die Rapson und Brown geführt haben, sowie auf zusätz­li­cher Berichterstattung von Refinery29 in New York.

Geena Rocero erin­nert sich leb­haft an den Moment, als sie ihren neu­en kali­for­ni­schen Führerschein in der Hand hielt. Sie war 19 und „es war wun­der­schön, es war stark, es gab mir Wert”. Für Rocero, die von den Philippinen stammt und auf der gan­zen Welt als Model tätig ist, war die­ser Ausweis sehr viel mehr als eine Fahrerlaubnis oder ein Beweis dafür, dass sie nun in Kalifornien zu Hause war. Für Rocero lag die Bedeutung des Ausweises in dem auf­ge­führ­ten Geschlecht: weib­lich.

Quelle des Artikel: http://​www​.refi​ne​ry29​.de/​2​0​1​5​/​1​0​/​1​1​2​3​0​0​/​p​h​i​l​i​p​p​i​n​e​s​-​t​r​a​n​s​g​e​n​d​e​r​-​w​o​m​e​n​-​l​e​g​a​l​-​r​i​g​h​t​s​-​a​c​t​i​v​ist

Plötzlich hat­te ich das Gefühl, dass ich alles errei­chen könn­te, was ich woll­te. Ich könn­te über­all auf der gan­zen Welt hin­ge­hen und der Welt mit­tei­len: ‘Dort bin ich. Schau mei­nen Ausweis an.’ Es spie­gel­te wider, was ich bin”, sagt Rocero, ein Transgender. Jetzt ist Rocero eine der Anführerinnen einer Kampagne für Gleichberechtigung und recht­li­che Anerkennung von Transgendern in ihrem Heimatland.

In man­cher Hinsicht hat die Gemeinschaft der Transgender in der phil­ip­pi­ni­schen Kultur einen beson­ders sicht­ba­ren Platz. Schönheitswettbewerbe haben auf den Philippinen eine rei­che Tradition und anders als in den USA, wo Transgender-​Models für ihre Inklusion kämp­fen muss­ten und müs­sen, wird die Schönheit von Transgenders dort schon lan­ge gefei­ert. Ganze Familien besu­chen gemein­sam die belieb­ten Schönheitswettbewerbe, die oft gleich­zei­tig mit Festivals statt­fin­den. Manche wer­den lan­des­weit im Fernsehen über­tra­gen.

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PRESSEMITTEILUNGEN

ERSTE TRANSFRAU AUF DEM WEG IN EIN LANDESPARLAMENT: NRW-​GRÜNE WÄHLEN NYKE SLAWIK AUF LISTENPLATZ 29


Nyke Slawik ist die ers­te Transfrau auf dem Weg in ein Landesparlament. Am ver­gan­ge­nen Wochenende wur­de sie mit der Unterstützung der GRÜNEN JUGEND NRW auf den Landeslistenplatz 29 für die Landtagswahl 2017 gewählt. Nach aktu­el­len Umfragen kom­men die NRW-​GRÜNEN mit Ausgleichsmandaten auf 29 Mandate.

Slawik ist amtie­ren­de poli­ti­sche Landesgeschäftsführerin der GRÜNEN JUGEND NRW. In ihrer Rede setz­te sich Slawik für quee­re Aufklärung in Schulen sowie flä­chen­de­cken­de Jugendtreffs für quee­re Jugendliche ein. Für Nyke Slawik soll ihre Kandidatur auch Ansporn für Andere sein. „Ich hof­fe, mit mei­ner Wahl ande­ren Trans*Menschen, Transsexuellen und Transgendern Mut zu machen. Mut, sich poli­tisch zu betei­li­gen und für ech­te Gleichberechtigung zu kämp­fen. Veränderung ist mög­lich.“

Quelle des Artikel: http://​grue​ne​-jugend​-nrw​.de/​2​0​1​6​/​0​9​/​e​r​s​t​e​-​t​r​a​n​s​f​r​a​u​-​a​u​f​-​d​e​m​-​w​e​g​-​i​n​-​e​i​n​-​l​a​n​d​e​s​p​a​r​l​a​m​e​n​t​-​n​r​w​-​g​r​u​e​n​e​-​w​a​e​h​l​e​n​-​n​y​k​e​-​s​l​a​w​i​k​-​a​u​f​-​l​i​s​t​e​n​p​l​a​t​z​-​29/

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Transsexualität in NRW

Mann, Frau oder doch etwas von beidem?

Transsexuelle haben das Gefühl im falschen Körper zu stecken. Sie wünschen sich, gegengeschlechtlich Leben zu können.
Transsexuelle haben das Gefühl im falschen Körper zu stecken. Sie wünschen sich, gegengeschlechtlich Leben zu können.

Peter oder Petra? Allein in Düsseldorf leben rund 2000 Menschen, die sich als transgender empfinden: Sie wünschen sich ein Leben im Körper des anderen Geschlechts. In NRW gibt es mehrere Beratungsstellen, die Betroffenen Hilfe bieten – auch, wenn die Hilfesuchenden erst vier Jahre alt sind.

Quelle des Artikel: http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/psychologie/das-bieten-die-beratungsstellen-fuer-transsexualitaet-in-nrw-aid-1.6235142

Mandy Walczak muss regelmäßig die Polizei rufen. Dieses Mal ist es ein Samstagabend in der Dortmunder Innenstadt. "Scheiß schwule Transvestiten", hat ein Fahrer beim Einparken aus dem Fenster geschrien. Walczak hört so etwas nicht zum ersten Mal. Denn Walczak fällt auf. Sie ist 1,90 Meter groß, hat breite Schultern, kräftige Beine und trägt gerne kurze Kleider. Auch Freunde und Arbeitskollegen haben sie deshalb schon beschimpft – nur gewöhnen wird sie sich nie daran. Und sie will es auch nicht.

Mandy Walczak gehört zu den rund 100.000 Menschen in Deutschland, die sich als transsexuell oder transgender bezeichnen. Die Dunkelziffer liegt viel höher. Erfasst wird nur, wer auch zum Arzt geht, und das sind laut Schätzungen die wenigsten. Transsexualität hat nichts mit Transvestiten zu tun, nichts mit schwulen Männern, die gerne Frauenkleider tragen. "Trans"- Menschen wollen einen anderen Körper, weil sie das Gefühl haben, im Falschen geboren worden zu sein. Viele nennen sich deshalb auch transident, denn für sie ist es eine Frage der richtigen Identität und keine der sexuellen Orientierung.

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Transsexualität in NRW
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Geboren im fal­schen Körper

»Ich bin kein Mann mit Meise«

Kann nach fast 40 Jahren Versteckspiel ihr Leben als Frau voll und ganz genießen: Minya Backenköhler.
Kann nach fast 40 Jahren Versteckspiel ihr Leben als Frau voll und ganz genie­ßen: Minya Backenköhler.

Den Schal eng um den Hals gezo­gen sitzt Minya unter der Türklinke. Bereit, das Leben zu been­den, das für sie kei­nes ist. Minya heißt Ulf. Ein Name, der nie zu ihr gepasst hat­te. Sie ist zwölf Jahre alt, als ihr klar wird, es wird kein nor­ma­les Leben für sie geben. Sie merkt, wie sich die ande­ren Mädchen in ihrer Umgebung ent­wi­ckeln und sie rea­li­siert, dass sie nicht mit­ge­hen kann. Bis sie 15 ist, denkt sie immer wie­der dar­an, sich umzu­brin­gen, »ich wuss­te, wie’s geht«.

Quelle des Artikel:http://​www​.gea​.de/​m​a​g​a​z​i​n​/​h​e​i​m​a​t​+​u​n​d​+​w​e​l​t​/​+​i​c​h​+​b​i​n​+​k​e​i​n​+​m​a​n​n​+​m​i​t​+​m​e​i​s​e​.​2​5​4​3​0​1​1​.​h​t​m​#​.​V​-​T​G​P​o​D​u​C​r​k​.​f​a​c​e​b​ook

Minya ist vier, als sie im Garten mit dem Nachbarsmädchen spielt, zu ihrer Mutti rennt und sagt: »Ich bin wie sie.« Minya wird nicht gehört, muss Ulf blei­ben. Bereits da ist ihr klar, dass sie sich auf der fal­schen Seite befin­det. Gesehen wird sie als Junge, sie weiß aber, dass sie ein Mädchen ist. Dieses Wissen trägt sie ganz allein. Die Mutter, ver­mu­tet sie, hat etwas geahnt, hat etwas befürch­tet. Wenn die trans­se­xu­el­le Entertainerin Romy Haag im Fernseher zu sehen ist, schimpft die Mutter oder schal­tet um.

Im sel­ben Fernseher sieht Minya Mitte der 80er einen Film, der die Geschichte einer Transsexuellen erzählt. Da ist sie 16. Und denkt: »Die reden von mir.« Das ers­te Mal merkt sie: Es gibt noch ande­re wie sie. Als die Frau im Film aber von Gewaltfantasien berich­tet, davon, auf ihren Penis ein­ste­chen zu wol­len, befrem­det das Minya. Sie distan­ziert sich davon. Denkt: »Ich bin ein­fach ver­rückt oder per­vers, oder bei­des.« Ende der 90er lan­det das Thema Transsexualität immer öfter in die Medien. Allerdings im Kuriositätenteil. »Das waren Typen, mit denen man nicht ver­wech­selt wer­den will«, erin­nert sich Minya.

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Geboren im fal­schen Körper
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WikiLeaks”-Informantin

US-​Militär erlaubt Manning Geschlechtsangleichungs-​OP

Fünf Tage lang hat die inhaf­tier­te Whistleblowerin Chelsea Manning Nahrung ver­wei­gert. Nun ist ihr das US-​Militär bei ihren Forderungen ent­ge­gen­ge­kom­men.

Chelsea Manning
Chelsea Manning

Die inhaf­tier­te “WikiLeaks”-Informantin Chelsea Manning hat ihren mehr­tä­gi­gen Hungerstreik been­det, nach­dem ihr das US-​Militär bei einer wich­ti­gen Forderung ent­ge­gen­ge­kom­men ist. Die Armeeführung habe zuge­sagt, Manning als Transgender einen ope­ra­ti­ven Eingriff zur Geschlechtsangleichung zu ermög­li­chen, sag­te ihr Anwalt Chase Strangio meh­re­ren US-​Medien. Ein kon­kre­ter Zeitrahmen sei nicht fest­ge­legt wor­den.

Strangio sprach laut CNN von einem “monu­men­ta­len Tag für Chelsea”. Sie bekom­me nun end­lich die Hilfe, die Transgender-​Häftlingen sonst sys­te­ma­tisch ver­wehrt wer­de. Manning selbst zeig­te sich in einer schrift­li­chen Erklärung “unend­lich erleich­tert, dass die Armee end­lich das Richtige tut”. Sie kön­ne nun die Person sein, die sie sein wol­le.

Quelle des Beitrags:

Chelsea Manning hat­te als Soldat Bradley Manning im Irak gedient und der Enthüllungsplattform “WikiLeaks” Hunderttausende gehei­me Militärdokumente zuge­spielt. Die dar­auf­hin ver­häng­te 35-​jährige Haftstrafe wegen Spionage und Verrats sitzt Manning im US-​Militärgefängnis in Fort Leavenworth ab, in dem aus­schließ­lich Männer inhaf­tiert sind. Gegen das Urteil leg­te sie Berufung ein.

Nach ihrer Verurteilung woll­te Manning unter dem Namen Chelsea als Frau leben. Im April 2014 geneh­mig­te ein US-​Gericht die Namensänderung. Im Februar ver­gan­ge­nen Jahres erlaub­te die US-​Armee ihr dann auch eine Hormonbehandlung für eine Geschlechtsangleichung.

Vergangene Woche trat Manning aus Protest gegen die Haftumstände und die Verweigerung von Medikamenten, die sie als Transgender benö­ti­ge, in den Hungerstreik. Sie wer­de so lan­ge strei­ken, bis sie “ein Minimum an Würde, Respekt und Menschlichkeit” erfah­re und die “kon­stan­te, bewuss­te und über­eif­ri­ge Überprüfung durch das Gefängnis- und Militärpersonal” ende, hieß es in einer Stellungnahme vom Freitag.

Anfang Juli die­ses Jahres hat­te Manning einen Suizidversuch unter­nom­men. Ihr dro­hen des­halb ver­schärf­te Haftbedingungen, die Anhörung in die­sem Fall soll US-​Medien zufol­ge am 20. September statt­fin­den.

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WikiLeaks”-Informantin
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Transgender

Mädchen im Jungen-​Körper: Alex Gino stellt «George» vor

Die amerikanische Transgender-Aktivistin Alex Gino hat erstmals in Deutschland ihren Roman «George» vorgestellt. Titelheld ist ein Kind, das als Junge aufwächst, sich aber als Mädchen fühlt.
Die Amerikanische Transgender Aktivistin Alex Gino hat erst mals in Deutschland ihren Roman «George» vor­ge­stellt. Titelheld ist ein Kind, das als Junge auf­wächst, sich aber als Mädchen fühlt.

«Mom, was, wenn ich ein Mädchen bin?». Diese Frage wür­de George der Mutter so ger­ne stel­len. Aber die Zehnjährige, die sich in ihrem Jungen-​Körper und ihrem Jungen-​Leben nicht rich­tig fühlt, traut sich (noch) nicht.

«George» ist die Titelheldin in dem jetzt auf deutsch erschie­ne­nen, gleich­na­mi­gen Roman von Alex Gino – eines der weni­gen Kinderbücher über trans­se­xu­el­le Heranwachsende. Beim Internationalen Literaturfestival Berlin stell­te Gino sein Buch am Mittwoch erst­mals in Deutschland vor.

«Es ist kein Buch für Trans-​Menschen, son­dern ein Buch mit einer trans­se­xu­el­len Hauptdarstellerin», sag­te Gino bei der Lesung vor elf und zwölf Jahre alten Berliner Schülern. Ihre eige­ne Trans-​Geschichte sei ganz anders als die des Mädchens im Buch. «Ich hof­fe, dass ich mit dem Buch ande­ren Menschen hel­fen kann.» In «George» gehe es nicht um einen Menschen, der her­aus­fin­de, dass er trans­gen­der ist – son­dern dar­um, wie das Umfeld mit dem Coming-​out umgeht.

Gino – in den USA gebo­ren und auf­ge­wach­sen – bezeich­net sich selbst als trans­gen­der oder gen­der­queer. Als Mensch, der sich nicht dem weib­li­chen oder dem männ­li­chen Geschlecht zuord­nen las­sen will, benutzt Gino für sich die Anrede «Mx.» (sprich: «Mix») und nicht das Pronomen «she» («die») oder «he« («der»), son­dern das neu­tra­le «they».

Die Buchheldin George nennt Gino von Beginn an «sie», so dass der Leser das Erleben des Kindes aus weib­li­cher Sicht mit­er­lebt. Ihrer bes­ten Freundin offen­bart sich George zuerst. Auslöser ist das Theaterstück, das zum Schulende auf­ge­führt wer­den soll – und in dem George unbe­dingt die weib­li­che Hauptrolle spie­len will.

Und wie wür­den die Berliner Schüler reagie­ren, wenn ihr Klassenkamerad kein Junge mehr, son­dern lie­ber ein Mädchen sein will? «Ich wäre erst­mal erschro­cken», meint ein Schüler. «Ich fin­de es mutig, dass man es zugibt», sagt ein Mädchen. Der Lesung und den Ausführungen von Gino – die Glitzer über alles liebt, ein anste­cken­des Lachen und blau-​lila Strähnen in ihrem Pferdeschwanz hat – hören die Jugendlichen mit gro­ßem Interesse zu.

Auch in einem Bilderbuch ist Transgender ein Thema. «Teddy Tilly» Thema­ti­siert das Anderssein für die Jüngsten. Die Australierin Jessica Walton, selbst Tochter einer trans­se­xu­el­len Frau, schrieb die Geschichte über Teddy Thomas, der kein Teddybär mehr sein möch­te – son­dern lie­ber eine Teddybärin.

Website von Alex Gino

Quelle zu die­sem Bericht

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Wie ich euch sehe

Ich bin nicht im fal­schen Körper”


Ihr größ­ter Wunsch: Frau sein zu kön­nen, ohne ande­re damit zu irri­tie­ren. Eine Transgender-​Frau erzählt von ihren Erfahrungen im Alltag, im Job – und in der Ehe.

Mein Körper ist der eines Mannes, doch ich bin eine Frau – und als Frau möch­te ich mein Leben leben. In unse­ren Köpfen herrscht die Vorstellung, dass der Körper uns zu dem macht, was wir sind: Mann oder Frau. Das macht mich zu einer Person, die es eigent­lich nicht geben darf. Viel zu lan­ge habe ich das nicht hin­ter­fragt und mich selbst abge­lehnt. Inzwischen ist mir klar gewor­den: Ich muss und ich will mit die­sem Körper leben.

Quelle des Beitrages:

Die meis­ten Transgender tun alles dafür, ihre bio­lo­gi­sche Natur zu ver­ber­gen. Doch mit mei­nen knapp zwei Metern Körpergröße, der kräf­ti­gen Statur und den gro­ßen Händen wer­de ich als Frau immer Aufsehen erre­gen. Daher bleibt mir nur die Wahl, ein ver­zwei­fel­ter Mann oder eine auf­fäl­li­ge Frau zu sein.

Obwohl mein Geschlecht nur eine von vie­len Facetten mei­ner Persönlichkeit ist, muss ich mich stän­dig damit aus­ein­an­der­set­zen. Alles kreist dar­um, wer oder was ich bin, immer wie­der muss ich mich vor euch recht­fer­ti­gen. Dabei gibt es neben der Verwirklichung der eige­nen Geschlechtsidentität auch noch ande­re wich­ti­ge Aspekte in mei­nem Leben. Dafür gehe ich Kompromisse ein und lebe bei­de Geschlechter.

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Genitalchirurgie-​Video ist Klick-​Hit im Netz

Wie funk­tio­niert eine Mann-​zu-​Frau-​OP?

Aus Mann mach Frau: Mehr als 60 Mio. Mal wur­de ein Animations-​Video über eine geschlechts­an­glei­chen­de Operation auf Facebook bereits ange­se­hen. Der Zusammenschnitt ist nicht auto­ri­siert, das Originalvideo stammt vom Europäischen Urologieverband (EAU), der es bereits 2013 ver­öf­fent­lich­te.
Aber: Es ist sehr blu­tig, BILD hat daher eine user­freund­li­che und von den Experten auto­ri­sier­te Variante geschnit­ten – das Video sehen Sie oben.

Zum Artikel Bild:
Wer lässt den Eingriff machen und war­um?

Eine geschlechts­an­glei­chen­de (oder auch geni­tal­an­glei­chen­de) OP las­sen Transsexuelle (auch: Transidente) durch­füh­ren, ca. 58 000 bis 66 000 leben laut Schätzungen in Deutschland. Sie füh­len sich, als wären sie im fal­schen Körper gebo­ren. Die Operation, bei der der Penis in eine Vagina (oder umge­kehrt) umge­wan­delt wird, ist meist der letz­te feh­len­de Schritt in ein neu­es Leben.

Dennoch ent­schei­den sich weni­ger als 50 Prozent zu der OP. Gründe kön­nen u.a. die Angst vor den Folgen der OP oder auch der pro­ble­ma­ti­sche, lang­wie­ri­ge Umgang mit Familie, Krankenkassen oder Ämtern sein.

Wie das Video zeigt, ist der Eingriff selbst auch sehr kom­plex, meh­re­re OP-​Schritte mit viel Feingefühl sind nötig, um die sen­si­ble Intimregion so zu for­men, dass sie nicht nur echt aus­sieht, son­dern sich für den Patienten spä­ter auch echt anfühlt und die Orgasmusfähigkeit erhal­ten bleibt.

Wie genau läuft die OP ab?

Dr. Pottek: „Kurz gesagt, in sechs Schritten:

► 1. Zwischen den Hoden wird eine Mittellinie geschnit­ten

► 2. Die Hoden wer­den ent­fernt

3. Die Harnröhre wird vom Schwellkörper iso­liert

► 4. Vom Schwellkörper wer­den Gefäßnervenbündel (stark durch­blu­tet, wich­tig für das spä­te­re Gefühlsempfinden) und Eichel gelöst

► 5. Die Neovagina wird geschaf­fen, indem der Raum zwi­schen Enddarm und Blase geöff­net wird und die vor­her umge­stülp­te Penisschafthülle in die Neovagina ein­ge­näht wird. Manche Operateure – wie ich – benut­zen zur Penisschafthülle zusätz­lich Harnröhrengewebe, ande­re die Hodensackhaut.

► 6. Die äuße­ren Schamlippen wer­den aus den äuße­ren Anteilen des ehe­ma­li­gen Hodensacks geformt

Der schwie­rigs­te OP-​Schritt ist dabei das Formen der Neovagina, denn das ist tech­nisch sehr anspruchs­voll und kom­pli­ka­ti­ons­reich. Man kann z.B. aus Versehen in den Darm rein­schnei­den – eine sol­che Wunde heilt extrem lan­ge aus, wes­halb Patienten dann ein paar Monate einen künst­li­chen Darmausgang bekom­men.“

Wie lan­ge dau­ert die OP?

Dr. Pottek: „Wenn Sie mit Skalpell und Schere ope­rie­ren, sind Sie ca. fünf Stunden im OP. Ich arbei­te mit einer Ultraschallschere, die beim Schneiden auch gleich­zei­tig die Wunde zuschweißt, d.h. es blu­tet kaum. Dadurch bin ich oft nach 2,5 bis drei Stunden mit dem Eingriff fer­tig.“

Wie lan­ge dau­ert die Heilungsphase?

Dr. Pottek: „Mindestens zwei Wochen, eher mehr. Wichtig: Der Patient soll­te nicht rau­chen, denn das ver­engt die Blutgefäße und ver­schlech­tert die Wundheilung! Mit Geschlechtsverkehr soll­ten Patienten min­des­tens ein hal­bes Jahr war­ten. Zudem müs­sen sie in die­ser Phase auch aktiv beim Heilungsprozedere mit­hel­fen, dazu gehört die soge­nann­te Dilatation – die Dehnung der Scheide mit­tels medi­zi­ni­scher Dildos oder Stiften, die es in ver­schie­de­nen Größen gibt.“

Gibt es auch Patienten, die mit dem OP-​Resultat unzu­frie­den

Dr. Pottek: „Die gibt es immer – bei jedem Arzt. Ich kann zwar das Genital bzw. die Körperlichkeit eines Menschen ändern, aber damit ände­re ich nicht immer deren Lebensumstände. Erlebtes Trauma, Frust oder Depressionen im Leben gehen lei­der nach der OP nicht auto­ma­tisch weg – auch wenn das vie­le Patienten hof­fen.”

Eine geschlechtsangleichende OP lassen Transsexuelle (auch: Transidente) durchführen, ca. 58 000 bis 66 000 leben laut Schätzungen in Deutschland
Eine geschlechts­an­glei­chen­de OP las­sen Transsexuelle (auch: Transidente) durch­füh­ren, ca. 58 000 bis 66 000 leben laut Schätzungen in Deutschland

Wie vie­le die­ser Operationen wer­den jähr­lich in Deutschland durch­ge­führt?

Dr. Pottek: „In unse­rer Klinik hier in Hamburg ope­rie­ren wir jähr­lich ca. 50 bis 60 Patienten. Da nur weni­ge Chirurgen in Deutschland die­se Art Eingriffe vor­neh­men, schät­ze ich, dass es ins­ge­samt 300 Mann-​zu-​Frau-​Operationen in Deutschland gibt. Frau-​zu-​Mann-​Eingriffe sind sel­te­ner, da schät­ze ich die Zahl auf ca. 150 pro Jahr.“

Was kos­tet die Operation?

Nicole Faerber von der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (Beratungsstelle NRW /​Südwestfalen): „Die Kosten für eine Mann-​zu-​Frau-​OP lie­gen im Bereich von ca. 15 000 bis 20 000 Euro. Leider ist es nach wie vor so, dass die gesetz­li­chen Krankenkassen ver­su­chen, die Kostenübernahme zu umge­hen oder zu ver­wei­gern. Dies führt zu Traumatisierungen der Patienten und ver­mehrt auf­kom­men­den Rechtsstreitigkeiten vor den Sozialgerichten.“

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Weder Mann noch Frau

Leipziger(in) kämpft für 3. Geschlecht

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Da ist zum Beispiel die Sache mit den Toiletten. Viele Jahre geht Vanja aufs Frauen-​Klo, inzwi­schen lie­ber zu den Männern. Nicht weil sich das in irgend­ei­ner Weise rich­ti­ger anfüh­len wür­de – es ist nur ein­fa­cher. „Da ist es weni­ger wahr­schein­lich, dass Leute mich anspre­chen”, sagt Vanja, 26 Jahre, aus Leipzig. Die dunk­len Haare unter der Kappe trägt Vanja kurz, in letz­ter Zeit auch einen klei­nen Bart. So geht man schlecht als Frau durch. Auch wenn die Behörden Vanja mit dem Geschlecht „weib­lich” füh­ren.

Zum Bild Leipzig Artikel:

Vanja ist inter­se­xu­ell, also zwi­schen den Geschlechtern gebo­ren, nicht Mann, nicht Frau. Als Kind trägt sie einen Mädchennamen und Mädchenkleider. Aber dar­auf hat Vanja bald kei­ne Lust mehr, hat schon im Kindergarten „so ein Grundgefühl, dass das für mich nicht stimmt”, auch wenn erst die Pubertät ihr Anderssein offen­sicht­lich macht.

Schätzungsweise 80 000 Intersexuelle gibt es in Deutschland. „Die meis­ten von ihnen erken­nen über die Zeit, dass sie mehr als Mann oder mehr als Frau leben möch­ten”, sagt Lucie Veith, Bundesvorstand des Vereins Intersexuelle Menschen. Anders bei Vanja: „Mir ist rela­tiv schnell klar gewe­sen, dass Junge auch nicht so rich­tig passt.”

Seit November 2013 sieht das Gesetz die Möglichkeit vor, die Eintragung offen zu las­sen, wenn das Geschlecht eines Neugeborenen nicht ein­deu­tig ist. Das soll auch den Druck von Eltern und Ärzten neh­men, im Zweifel mit einer Operation für Klarheit zu sor­gen, an deren Folgen etli­che Intersexuelle ein Leben lang lei­den. Noch 2014 wur­den 177 Kinder bis fünf Jahre ope­riert.

Nach Angaben der Bundesregierung haben bis Januar 2016 Eltern in etwa zwölf Fällen vor­erst auf den Eintrag ver­zich­tet, die Zahlen sind aber unzu­ver­läs­sig. Menschen wie Vanja eröff­net die Neuregelung den Weg, ihren Geschlechtseintrag noch als Erwachsene löschen zu las­sen.

Aber das will Vanja nicht. „Natürlich kann man sagen, dass das viel­leicht bes­ser ist, als einen offen­sicht­lich fal­schen Eintrag zu haben. Aber wenn die einen eine kla­re Identität bekom­men, und die ande­ren sind nichts oder unbe­stimmt, dann ist das nicht das Gleiche.”

Mit der Unterstützergruppe „Dritte Option” will Vanja des­halb errei­chen, dass in Deutschland ein „drit­tes Geschlecht” wie „inter” oder „divers” ein­ge­führt wird. Der Deutsche Ethikrat hat das (in der Variante „ande­res”) schon 2012 emp­foh­len. Vor den Gerichten ist Vanja bis­her geschei­tert, zuletzt beim Bundesgerichtshof (BGH). An die­sem Freitag will die Gruppe in Karlsruhe Verfassungsklage ein­rei­chen.

Wenn es eine Anerkennung gibt, wird sich viel­leicht auch in der Gesellschaft die Überzeugung durch­set­zen, dass die­se Menschen kei­ne Montagsproduktion des lie­ben Gottes sind”, sagt Veith, deren Verein Vanjas Forderung unter­stützt. Sie hofft auf das Verfassungsgericht, das mit meh­re­ren Entscheidungen in der Vergangenheit bereits die Situation trans­se­xu­el­ler Menschen maß­geb­lich ver­bes­sert hat.

Vanja ist klar, dass der Weg zu mehr Normalität ein sehr lan­ger ist. Im Bekleidungsgeschäft hän­gen selbst die Socken ent­we­der in der Herren- oder in der Damenabteilung. Auf dem Amt win­den sich Mitarbeiter vor Verlegenheit, weil auf dem Formular ein „m” oder ein „w” anzu­kreu­zen ist. An den guten Tagen, wenn sich alles stim­mig anfühlt, kann Vanja dar­über lachen. „Aber klar – manch­mal ist es auch ein­fach anstren­gend. Und dann macht es schon auch trau­rig.”

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Weder Mann noch Frau
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Klage in Texas:

Ärzte sol­len Geschlechtsumwandlungen ableh­nen dür­fen

Toilette für alle Geschlechter
Toilette für alle Geschlechter

Der US-​Bundesstaat Texas geht wei­ter gegen die Antidiskriminierungspolitik von Präsident Obama vor: Laut einer Klage sol­len Ärzte Geschlechtsumwandlungen bei Transsexuellen aus reli­giö­sen Gründen ableh­nen dür­fen.

Der US-​Bundesstaat Texas will trans­se­xu­el­len Menschen die Geschlechtsumwandlung durch eine Operation erschwe­ren. Laut einer Klage, die Generalstaatsanwalt Ken Paxton die­se Woche ein­ge­reicht hat, sol­len Ärzte die Durchführung eines sol­chen Eingriffs ableh­nen dür­fen – aus reli­giö­sen Gründen, wie der bri­ti­sche Independent berich­tet.

Kläger ist die katho­li­sche Krankenhausgruppe “Franciscan Alliance”. Die neu­en Antidiskriminierungsgesetze könn­ten Mediziner gegen ihre eige­nen Glaubensgrundsätze dazu zwin­gen, Geschlechtsumwandlungen an Kindern vor­zu­neh­men, heißt es in der Klageschrift.

Zum Artikel Spiegel-​Oneline:

Mit dem Vorstoß will der Bundesstaat sich gegen die Vorgaben des US-​Gesundheitsministeriums weh­ren, nach denen Patienten nicht wegen ihrer sexu­el­len Identität benach­tei­ligt wer­den dür­fen. Es ist nicht das ers­te Mal, dass Texas sich gegen die Umsetzung der Antidiskriminierungspolitik der Obama-​Administration sträubt. Zuletzt hat­te ein texa­ni­scher Richter ver­hin­dert, dass trans­se­xu­el­le Kinder die Schultoilette nut­zen dür­fen, die ihrer sexu­el­len Identität ent­spricht.

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Klage in Texas:
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