Transsexuelle Läuferin wird für Siege kri­ti­siert

Die trans­se­xu­el­le Läuferin Amanda Reiter muss sich immer wie­der für ihre Erfolge recht­fer­ti­gen.
Besonders ärgert die Frau aus Lenggries, wenn hin­ter ihrem Rücken getu­schelt wird.
Sie betont, sie habe kei­nen Vorteil, denn nach ihrer Geschlechtsanpassung habe sie Testosteron- und Östrogen-​Werte wie jede ande­re Frau auch.

Amanda Reiter hatte sich 2014 öffentlich dazu bekannt, eine Frau zu sein. 2015 fand die operative Geschlechtsanpassung statt. (Foto: Harry Wolfsbauer)
Amanda Reiter hat­te sich 2014 öffent­lich dazu bekannt, eine Frau zu sein. 2015 fand die ope­ra­ti­ve Geschlechtsanpassung statt. (Foto: Harry Wolfsbauer)

Zwei Wochen noch, dann will Amanda Reiter beim Marathon in Singapur star­ten. “Ich ste­he in der ers­ten Reihe mit den Kenianerinnen”, sagt sie. “Dort fragt nie­mand, ob ich eine Frau bin oder ein Mann war.” In Lenggries aller­dings hat sich die erfolg­rei­che Läuferin die Frage immer wie­der stel­len las­sen müs­sen. “Die bescheißt ja”, rie­fen Zuschauer bei der Raiffeisen-​Oberland-​Challenge, oder: “Die ist ja eigent­lich ein Mann.” Das sei sie nicht, erwi­dert Amanda Reiter ent­schie­den. Die 49-​Jährige ist trans­se­xu­ell, sie wur­de im fal­schen Körper gebo­ren. Nach ihrer Geschlechtsanpassung habe sie aber Testosteron- und Östrogen-​Werte wie jede ande­re Frau auch. “Ich habe kei­nen Vorteil”, sagt Amanda Reiter.

Mit die­sem Vorwurf aller­dings sah sie sich kon­fron­tiert, als sie die Oberland-​Challenge 2016 gewann, eine neun­tei­li­ge Laufserie, die in den drei Kategorien Speed, Cross und Extreme aus­ge­tra­gen wur­de. Bei den Olympischen Spielen dür­fen inzwi­schen Transgender-​Sportler antre­ten, auch wenn sie sich noch kei­ner geschlechts­an­glei­chen­den Operation unter­zo­gen haben. 2015 hat­te das Internationale Olympische Komitee neue Richtlinien erlas­sen. Ein kla­res Bekenntnis zur Autonomie der Geschlechtsidentität. Dennoch muss­te sich Reiter mit der Frage aus­ein­an­der­set­zen, ob Athletinnen, die im Körper eines Mannes gebo­ren wur­den, nicht doch im Vorteil sind.

Quelle des Artikel: http://​www​.sued​deut​sche​.de/​b​a​y​e​r​n​/​l​e​n​g​g​r​i​e​s​-​t​r​a​n​s​s​e​x​u​e​l​l​e​-​l​a​e​u​f​e​r​i​n​-​w​i​r​d​-​f​u​e​r​-​s​i​e​g​e​-​k​r​i​t​i​s​i​e​r​t​-​1​.​3​2​6​2​748

Amanda Reiter geht offen­siv mit ihrer Transsexualität um. Geboren wur­de sie 1967 als Hermann Reiter – im fal­schen Körper. “Ich war schon immer eine Frau. Ich habe nur nicht so aus­ge­se­hen”, sagt die 49-​Jährige. 2013 ent­schließt sich Reiter zu einer Hormonbehandlung, 2015 ließ sie ihr Geschlecht ope­ra­tiv anpas­sen. Schon als Mann war Amanda Reiter ein erfolg­rei­cher Läufer. 2010 beleg­te Hermann Reiter bei der baye­ri­schen Meisterschaft den drit­ten Platz bei den Herren und wur­de Mannschaftsmeister. Ein Jahr spä­ter gewann Reiter die Oberland-​Challenge in der Altersklasse 40.

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